guerillagirl – user experience designer

guerillagirl's (ux) design journal

Nur nochmal 2 min Instagram checken…. oder: Pavlov’s dog.

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“Wir sind permanent am Scrollen und checken, ob jemand seinen Status upgedatet hat. Problem: Das Design vieler Apps befeuert bewusst diese Sucht nach Information. Hauptsache, die Verweildauer stimmt. Brauchen wir höhere ethische Maßstäbe beim Design von Apps & Co.?”

Ich habe selbst etwas ähnliches vor einigen Jahren erlebt, und das hat mich tatsächlich einigermassen erschreckt: Irgendwo auf einem Werbebanner tauchte wie aus dem Nichts ein roter Punkt auf, ähnlich dem, der erscheint, sobald man bei Facebook eine Notification erhält.“Huch eine Message, schnell gucken, was es Neues gibt” meldete mein Gehirn irrsinnigerweise (es gab ja keine Message!). Es ist übrigens nachweislich belegt, dass Dopamin (ein Neurotransmitter, im Alltag gerne auch als das “Glückshormon” bezeichnet) bei Notifications ausgeschütet wird. Das heisst, wir – also unser Belohnungszentrum im Gehirn – reagieren wie der Pavlovsche Hund auf die Glocke – zwar nicht wortwörtlich sabbernd, aber annähernd – physikalisch auf einen roten Punkt als auslösenden Reiz, den wir seit ca 10 Jahren kontinuierlich erlernt haben.

Es folgt ein sehr hörenswerter Beitrag darüber, wie Design for Business Nutzer süchtig machen kann. Die Herausforderung, mit der wir als “User Experience Designer” immer wieder konfrontiert werden: Für wen gestalten wir hier eigentlich? Das “Business” oder die Nutzer? Dafür muss man sich klarmachen, dass Geschäftsziele oft ganz weit mit Nutzerzielen auseinanderklaffen. Und das ist übrigens nicht nur ein ethisches Problem – sondern auch eine Vertrauensproblem, welches wiederum enorme Auswirkungen auf die Geschäftsziele haben kann, die man doch so gerne erreichen möchte – und zwar negative, aber das ist nochmals ein ganz eigenes Thema, wie man hier ansatzweise nachlesen kann.

Die Kernfrage, die bleibt ist: Wie bringen wir die geforderten Geschäfts- und Nutzerziele zusammen, und zwar so, dass es ethisch vertretbar ist und wir somit beim Human centred Design bleiben, für welches wir uns als (User) Experience Designer doch angeblich so einsetzen.

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/wie-apps-uns-ausnutzen-wenn-design-suechtig-macht

Edit: Noch ganz andere Themen sind übrigens wie “user generated content” soziale Vergleichsprozesse befeuert, die wir benötigen um unser SELBST – also unsere soziale Identität zu finden, in der Folge depressive Verstimmungen bis handfeste Depressionen zunehmen können, weil: “Mann ist mein Leben scheisse gegenüber Merkmalsträger x, y und z”; der Einfluss des “sozialen Kapitals” auf das eigene Leben – vor allem bei Kindern & Jugendlichen, die oft noch keine gefestigte Persönlichkeit aufweisen (Stichwort: Bullying & Ausgrenzung) – aber auch bei älteren Menschen, die keinen Zugang zu den Vorteilen von sozialen Netzen im Web haben (Tech Barriere) – diese aber benötigen könnten, sowie die Auswirkungen auf Berufswünsche und fatale Verwechslungen (“Mama, ich will Influenza werden”).

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