Talk: UX aber bitte inklusiv: Ein Plädoyer für eine feministische Perspektive auf HCI

  • Vortrag/Talk
  • Jahr: 2021
  • Sprache: Deutsch
  • zu Gast bei: UIG Tagung 2021, World Usability Day Berlin 2021
Screenshot google Bildersuche "digital technology" (2021)
Screenshot einer google Bildersuche zu „digital technology“ (2021) – Ist dies wirklich unsere gewünschte Repräsentation von digitaler Technologie?

„Technology is not neutral. We’re inside of what we make, and it’s inside of us. We’re living in a world of connections – and it matters which ones get made and unmade“.

– Donna Haraway, 1997

Dieses Zitat von Donna Haraway ist aktueller denn je, denn digitale Technologien sind allgegenwärtig und bestimmen in vielerlei Hinsicht unseren Alltag. Doch wer entscheidet eigentlich wie all diese digitalen Produkte und Services aussehen? Wer gestaltet und entwickelt diese Produkte/Services?

Diese Fragestellung ist insbesondere deshalb relevant, da die Digitalisierung und somit die Technologisierung unseres Alltags nicht nur ein rein technologischer sondern eben auch ein sozialer Prozess ist. Technologie wird zwar gerne als „neutral“ oder gar „objektiv“ „geframt“ / dargestellt – ist es aber nicht. Bereits bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten sowie soziale Konstrukte wie zB das Geschlechterkonstrukt (Gender) kommen dadurch mit teils erheblichen Konsequenzen ans Tageslicht bzw werden uns wie ein Spiegel vorgehalten.

Stereotype, über die wir uns gar nicht bewusst sind, können sich direkt auf unsere digitalen Produkte und Services übertragen. Digitale Assistent*innen sind z.B standardmäßig mit einer weiblichen Stimme ausgestattet, was dem vorherrschenden femininen Stereotyp entspricht welcher damit verstärkt wird. Ein weiteres Beispiel: Die 2019 von Apple eingeführte Kreditkarte (Apple Card) kam in die Schlagzeilen, da bei gleichen Einkünften Frauen durch den Algorithmus ein um ein vielfaches geringerer Kredit gewährt wurde als Männern.

In diesem Vortrag beleuchte ich, was diese impliziten sozialen Konstrukte für die Entwicklung digitaler Technologien bedeuten und welche Konsequenzen wir daraus ziehen sollten.

Values of Silicon Valley

„People across the world still believe that the Californian Ideology expresses the only way forward to the future (…) Its eclectic & contradictory blend of conservative economics & hippie radicalism reflects the history of the West Coast – and not the inevitable future of the rest of the world.“

R. Barbrook, The Californian Ideology (1996)

Missing: Female UX role models

Are their any “famous” women in UX? The level of Don Norman, Luke W, Alan Cooper, and Jared Spool? Where you say their names to other UXers and they know who you’re talking about?

— Katie Swindler (@KatieSwindlerUX) August 19, 2021

… yep this is a very good question and part of the problem aka missing role models for young female interaction designers (surprise: this problem also appears in science) as this perception of a male dominated field will influence their self-concept

Partizipative Forschungsansätze – auch für uns im Interaction Design relevant

nur kurz, da gerade frisch gehört und für gut befunden: ich habe gerade eine sehr spannende Podcastfolge von Technology Review über partizipative Forschung gehört. Lustigerweise habe ich darüber auch gerade viel Input in dem Modul Community Psychology bekommen. Dazu hoffentlich bald mal mehr. In der angesprochenen Folge geht es um einen Bereich, in dem die hierarchische Kluft zwischen Wissenschaftler*innen und Anwender*innen traditionell besonders hoch ist: der Medizin.

Allerdings ist das Feld der partizipativen Forschung oder des partizipativen Designs auch für den traditionllen Forschungszweig HCI sowie für Praktiker in dem Bereich (UX, Designer*innen, Entwickler*innen etc ) interessant und dreht ja in den einschlägigen Fachjournals schon länger thematisch die Runden. Viele Designentscheidungen beruhen ja (hoffentlich) auf einer Datengrundlage. Also ist auch die Frage wer entscheidet welche Daten überhaupt erhoben werden sehr sehr relevant für uns Praktiker die zB User Research betreiben. Reinhören lohnt sich. :)

Link: https://www.heise.de/news/Tech2go-Patienten-forschen-mit-5993444.html

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