guerillagirl – user experience designer

guerillagirl's (ux) design journal

09/01/2022
by stef
0 comments

Was ich gerade mache im…Januar 2022

Momentan bereite ich mich im Rahmen meines Psychologiestudiums u.a auf ein Human-Factors Seminar vor, bei dem wir in einer Gruppe eine Präsentation halten werden. Unser Thema ist Aufmerksamkeit im Kontext von Flugzeugsteuerung, u.a wird der Hapag Lloyd Flug 3378 (Notlandung) thematisiert. Ziemlich spannend.

Bild: Wikipedia

U.a geht es darum, wie die Aufmerksamkeitsfähigkeit von Stress/ Angst beeinflusst wird. Eine Theorie, welche sich mit dem Thema beschäftigt ist z.B die Attentional Control Theory- kurz ACT (Eysenck et al., 2007). Die Theorie beschreibt eine Reihe spezifischer Veränderungen der Aufmerksamkeit, die als Folge von Angst (u.a stressbedingt) auftreten können.
Hinter der ACT steht ein sehr zentrales Modell, wie Aufmerksamkeit eigentlich gesteuert wird – nämlich dass Aufmerksamkeit durch zwei unterschiedliche Netzwerke generiert wird. Posner (1980) und Corbetta & Shulman(2002) sprachen von “two major attention networks

Auf der einen Seite steht demnach ein endogenes Netzwerk dies ist durch top-down Prozesse gesteuert also eher zielorientiert (aus der Person kommend). Die Prozesse sind bewusst von der Person gesteuert ( “Ich habe mir etwas vorgenommen, darauf lenke ich meine Aufmerksamkeit”) d.h also man richtet die Aufmerksamkeit nach Wissen, Erwartungen und Zielen aus. Im Flugkontext wird dieses dann beeinflusst durch z.B das mentale Modell von Pilot*innen, dem fachlichen Wissen und auch der gerade aktuellen Flugphase in der sie sich befinden.

Auf der anderen Seite ist das exogenes Netzwerk, dies ist reizgetrieben, also stimulusorientiert und somit aus der Umwelt kommend. Dies wird von auffälligen und eher unerwarteten sensorischen Ereignissen beeinflusst. z.B im Flugkontext blinkenden Cockpit-Instrumenten oder andere Objekte, die unerwartet auftauchen.

Die ACT geht nun davon aus, dass Angst das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Netzwerken/Systemen stört, wobei das reizgesteuerte exogene Netzwerk dann den Vorrang hat und das zielgerichtete Netzwerk zurückdrängt.

Und und hier haben wir auch schon einen Bezug zum dem oben schon angesprochenen Hapag-Lloyd-Flug: Das Flight Management System bei diesem Vorfall zog in der Notfallsituation ( = Angst/Stress Situation) wohl so viel Aufmerksamkeit auf sich (reizgesteuert), dass es den Piloten über einen relativ langen Zeitraum wohl gar nicht mehr in den Sinn kam, wie man das Problem am besten ohne technische Unterstützung beheben kann (vgl. Badke-Schaub P., Hofinger G., Lauche K., 2012). Also hier war wohl das endogene System mitsamt dem Fachwissen eher im Hintergrund.

Ich finde das ganz schön bemerkenswert auch im Sinne wie man aufgrund solcher Erkenntnisse (die hier jetzt nat. etwas verkürzt und nicht in allen Details dargestellt sind) ggf dagegensteuern kann.

Denn wie so oft steht in den Unfallberichten dann “Human error” und oft kann man sich fragen: War es wirklich ein “human error” oder war es doch eher human error by design?

09/10/2021
by stef
0 comments

Cognitive Psychology for Designers: Visual Search – Feature Integration Theory

How do we find what we are looking for? And how do we do it?

Visual search deals with the problem of how we find what we are looking for (relevant things) in a world full of things that might also be irrelevant to us.

Visual search is necessary for our daily life. Imagine we have to process all the information in our visual field at once. It is simply not possible because of our limited cognitive capacity. Visual search is also very important for design. 

See this example:

Continue Reading →

27/09/2021
by stef
0 comments

Talk: UX aber bitte inklusiv: Ein Plädoyer für eine feministische Perspektive auf HCI

  • Vortrag/Talk
  • Jahr: 2021
  • Sprache: Deutsch
  • zu Gast bei: UIG Tagung 2021, World Usability Day Berlin 2021
Screenshot google Bildersuche "digital technology" (2021)
Screenshot einer google Bildersuche zu “digital technology” (2021) – Ist dies wirklich unsere gewünschte Repräsentation von digitaler Technologie?

“Technology is not neutral. We’re inside of what we make, and it’s inside of us. We’re living in a world of connections – and it matters which ones get made and unmade”.

– Donna Haraway, 1997

Dieses Zitat von Donna Haraway ist aktueller denn je, denn digitale Technologien sind allgegenwärtig und bestimmen in vielerlei Hinsicht unseren Alltag. Doch wer entscheidet eigentlich wie all diese digitalen Produkte und Services aussehen? Wer gestaltet und entwickelt diese Produkte/Services?

Diese Fragestellung ist insbesondere deshalb relevant, da die Digitalisierung und somit die Technologisierung unseres Alltags nicht nur ein rein technologischer sondern eben auch ein sozialer Prozess ist. Technologie wird zwar gerne als „neutral“ oder gar „objektiv“ „geframt“ / dargestellt – ist es aber nicht. Bereits bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten sowie soziale Konstrukte wie zB das Geschlechterkonstrukt (Gender) kommen dadurch mit teils erheblichen Konsequenzen ans Tageslicht bzw werden uns wie ein Spiegel vorgehalten.

Stereotype, über die wir uns gar nicht bewusst sind, können sich direkt auf unsere digitalen Produkte und Services übertragen. Digitale Assistent*innen sind z.B standardmäßig mit einer weiblichen Stimme ausgestattet, was dem vorherrschenden femininen Stereotyp entspricht welcher damit verstärkt wird. Ein weiteres Beispiel: Die 2019 von Apple eingeführte Kreditkarte (Apple Card) kam in die Schlagzeilen, da bei gleichen Einkünften Frauen durch den Algorithmus ein um ein vielfaches geringerer Kredit gewährt wurde als Männern.

In diesem Vortrag beleuchte ich, was diese impliziten sozialen Konstrukte für die Entwicklung digitaler Technologien bedeuten und welche Konsequenzen wir daraus ziehen sollten.

Vortrag Slides

08/09/2021
by stef
0 comments

Missing: Female UX role models

… yep this is a very good question and part of the problem aka missing role models for young female interaction designers (surprise: this problem also appears in science) as this perception of a male dominated field will influence their self-concept

05/09/2021
by stef
0 comments

Partizipative Forschungsansätze – auch für uns im Interaction Design relevant

nur kurz, da gerade frisch gehört und für gut befunden: ich habe gerade eine sehr spannende Podcastfolge von Technology Review über partizipative Forschung gehört. Lustigerweise habe ich darüber auch gerade viel Input in dem Modul Community Psychology bekommen. Dazu hoffentlich bald mal mehr. In der angesprochenen Folge geht es um einen Bereich, in dem die hierarchische Kluft zwischen Wissenschaftler*innen und Anwender*innen traditionell besonders hoch ist: der Medizin.

Allerdings ist das Feld der partizipativen Forschung oder des partizipativen Designs auch für den traditionllen Forschungszweig HCI sowie für Praktiker in dem Bereich (UX, Designer*innen, Entwickler*innen etc ) interessant und dreht ja in den einschlägigen Fachjournals schon länger thematisch die Runden. Viele Designentscheidungen beruhen ja (hoffentlich) auf einer Datengrundlage. Also ist auch die Frage wer entscheidet welche Daten überhaupt erhoben werden sehr sehr relevant für uns Praktiker die zB User Research betreiben. Reinhören lohnt sich. :)

Link: https://www.heise.de/news/Tech2go-Patienten-forschen-mit-5993444.html

18/04/2021
by stef
0 comments

Cupertino, we have a problem

Apple’s health app calls upcoming menstruation a “highlight“. Dare I say it: this is not a highlight for most women.
So while I don’t think things like this are happening on an intentional basis it is a very good example of what we call self-referential design. Self-referential design means that we tend to design for ourselves rather than for our actual audience. This behavior is a result of the so called false consensus effect /bias – the tendency to overestimate the agreement that exists between our own attitudes, worldviews and opinions and those of other people.

Different explanations have been developed why this effect appears, for example cognitive availability/availability heuristic plays a role: Similarities between oneself and other people are easier to retrieve from memory than dissimilarities. Also, the search for consistency might play a huge role as people specifically search for people who agree with them while avoiding people who have different viewpoints.

It’s a fact that tech teams are often male-dominated. And I think this is something we all / tech teams can do better. We have to bring more diversity to tech teams. More diversity leading to more perspectives and thus less self-referential design… still a long way to go.

31/03/2021
by stef
0 comments

What I was doing in…March 2021

We finally have received the results of the examinations and I’m very happy with my results! Now I’ll continue with Industrial and Organizational Psychology and with Prio 2 community psychology which are my first courses in applied psychology! I’m looking forward to IO because there are some parallels to UX Work….:)

Besides I’m about to finish a course about cognitive psychology in instructional design at my university.

19/02/2021
by stef
0 comments

What I am doing in…February 2021

I took three weeks off to prepare for two exams for my psychology studies. However, the preparation is going rather poorly, I could have done more this semester, but the whole winter went rather sluggish… However, let’s do this. Nice side effect: The more I read the longer my blog idea list grows. :D

This is my desk right now
Image of my desk at the moment

Also, I decided to try out a Now Page where I share what I’m up to at the moment and this is what you are currently looking at. I decided to do not a “page” that I will update regularly but try this as a category on my blog where – this is the plan- I can share monthly updates.
The idea comes from https://nownownow.com/about a project by Derek Sivers and I liked the idea right away, because I want to write more anyway!

I am also thinking about reducing the categories on this blog (this will be a painful task) and to add a “Talks” category

Besides that I am currently reading: Future Ethics by Cennydd Bowles, which is a fantastic book. Almost done!

04/02/2021
by stef
0 comments

What to pay user research participants?

A question which comes up a lot: What should we pay for research incentives these days? This calculator might help to get an idea:
https://ethn.io/incentives/calculator

02/02/2021
by stef
0 comments

Storytelling is a design tool

whitney quesenbery on a panel discussion about storytelling

Tonight I attended a panel discussion about Storytelling for User Experience with Whitney Quesenbery, Andrew Merryweather, Karina Van Schaardenburg and Julia Goga-Cooke (moderation) and it was great – so here are a few quick notes/quotes from it I’d love to share:

First, you have to know I’m a big advocate for using storytelling methods in design work e.g for developing future visions of a service / product or presenting design or communicating research. Storytelling is the process of using facts and narrative to communicate our thoughts and ideas to a team. It’s very beneficial for UX work simply because stories are more memorable than tons of research datasheets or abstract use cases, boring list or diagrams.

Ok here are the quotes:
This is actually an analogy I love from Whitney Quesenbery: “(…) journey maps are the landscape and personas are the characters” – it also reminds me a bit on Kim Goodwins metaphor of the persona as the hero in the story (which is the future Scenario)

And here’s a reply to that I loved:

Andrew Merryweather shared an Idea regarding one question from the audience how to communicate stories of future scenarios I liked a lot: “(..) One team recorded a 2min video focusing totally on the users experience and not the content on the screen Status quo (failing) vs. future (succeeding)

Whitney Quesenbery mentioned that “(…)Stories in UX give your work impact and help people see the visions you see for a service/product” and “(…) stories put a face on information and help understand / communicate future scenarios” which I totally agree with

She also said something that I mention in my class on “Bridging the research design gap” quite often: “Stories make insights from data memorable” – yesyesyes, I couldn’t agree more, maybe I share something about that topic also soon here (top secret hint well its about these often scorned personas / user models)

19/12/2020
by stef
0 comments

Presenting design work

Even if you’ve been doing the job for a long time, design presentations are always a challenge. But presenting and thus communicating conceptual design is a very important aspect of our work.

Listen to this great interview with Donna Spencer on the UX podcast on the value of scenario based presentations.

“[…] pointing out things like real estate doesn’t help the audience get the flow in their head. It doesn’t help them understand what the user’s experience might be. And literally does draw attention to the things you might not want any comment on like, you know, colours and buttons and drop downs.”

I’ll look forward to reading her book.
Podcast episode https://uxpod.com/presenting-design-work-an-interview-with-donna-spencer/

13/12/2020
by stef
0 comments

Lorrie Cranor: The (lacking) usability of privacy interfaces.

Watch Lorrie Cranors very interesting keynote about designing useful and usable privacy interfaces. She talks in depth about the use of icons related to privacy settings and what to consider. This keynote was held at the on the annual conference of the Forum Privatheit 2020 which took place in November.

https://www.forum-privatheit.de/wp-content/uploads/Jahreskonferenz2020_Videos/Keynote_2_Lorrie_Cranor.mp4

29/04/2020
by stef
0 comments

Accessibility Maze

Accessibility Maze

This is a great resource for learning some basic accessibility principles.

“For people who do not experience barriers, it can be difficult to empathize with the challenges that people with disabilities often face when navigating the Web. The Accessibility Maze was created to help those new to web accessibility experience firsthand what it is like to encounter those barriers. The game introduces a number of common barriers players must work around, mirroring the experience of those who encounter these obstacles daily, and provides quick lessons on how to avoid or correct them.”

https://de.ryerson.ca/wa/maze.html

– via a11yweekly